Zur Sprache gebracht: Barrierefrei mobil – Sprachsteuerung im Auto

Dr. Peter Saueressig Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
EML European Media Laboratory GmbH

Die Zeichen der Zeit stehen auf Sprache: Nach der neuesten Bitkom-Studie bedienen in Deutschland mehr als die Hälfte aller Smartphone-Nutzer ihre Geräte per Stimme. Doch auch in anderen Bereichen kommt Sprachtechnologie zum Einsatz. Unter dem Motto „Zur Sprache gebracht“ zeigt der Sprachtechnologie-Spezialist EML European Media Laboratory GmbH ab heute drei Praxisbeispiele aus verschiedenen Branchen. Den Anfang macht die Sprachsteuerung im Auto:

Wenn Josef Fleischmann in seinem Auto über die Autobahn fährt, genießt er wie viele junge Leute die Freiheit, mit seinem fahrbaren Untersatz fast unbegrenzt mobil zu sein. Doch der 23-jährige Student aus Stuttgart fährt anders als seine Kommilitonen: Er steuert sein Fahrzeug mit einem Joystick, denn er sitzt aufgrund einer angeborenen Muskeldystrophie im Elektrorollstuhl. Für seine Mobilität sorgt ein Auto, das der Fahrzeugumbauer Mobilcenter Zawatzky den Bedürfnissen Fleischmanns angepasst hat. Er gibt Gas, bremst und lenkt mit einem speziellen, von Zawatzky entwickelten Joystick. Die Sekundärfunktionen, also Blinker, Hupe, Scheibenwischer und Licht, steuert der angehende Wirtschaftsingenieur mit Sprachbefehlen.

Dabei nutzt er die EML-Spracherkennungstechnologie. Die beiden Technologiepartner EML und Zawatzky haben vor einigen Jahren dieses System für barrierefreies Fahren entwickelt. Nach dem erfolgreichen Projektabschluss im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundeswirtschaftsministeriums vertreibt Zawatzky die gemeinsame Entwicklung unter dem Namen „CenterVoice“ in Deutschland und einigen europäischen Ländern.

Sicherheit an oberster Stelle

Bei der Entwicklung ganz oben stand die Sicherheit. „Uns war klar: Die Spracherkennung und die Übertragung auf die Funktionen muss vor allem schnell funktionieren“, erläutert EML-Forschungs- und Entwicklungsleiter Dr. Siegfried Kunzmann. Mit einem relativ kleinen Wortschatz von 200 bis 300 Begriffen und der optimalen Position des Mikrofons wurde eine Erkennungsrate von nahezu 100 Prozent erreicht. Zusätzlich bauten die EML-Sprachtechnologen auch noch sogenannte „Komfortfunktionen“ ein, wie die Steuerung der Navigation oder die Möglichkeit, Nachrichten zu diktieren.

Alltagstauglichkeit bewiesen

„Ich nutze die Sprachsteuerung schon fast zwei Jahre und komme im Alltag damit sehr gut zurecht“, zeigt sich Josef Fleischmann zufrieden. Der angehende Wirtschaftsingenieur studiert an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart und ist Werkstudent bei einem internationalen Telekommunikationsausrüster. Er pendelt mit seinem Auto zwischen Universität und Arbeitsstelle, fährt aber auch längere Strecken, zum Beispiel wenn er seine Eltern in Nürnberg besucht. „Das Autofahren mit Sprachsteuerung ist deutlich komfortabler, weil ich mich ganz auf das Fahren konzentrieren kann. Es ist auch sicherer, weil ich nur eine Taste betätigen muss, im Gegensatz zu einer Fernbedienung, auf die ich dann schauen muss, wenn ich zum Beispiel die Nebelschlussleuchte einschalten will, die ich nur selten brauche.“ Dank moderner Technologie ist Josef Fleischmann barrierefrei mobil – im Studium und in der Freizeit.

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Jörg Ehrhardt
    19. November 2019 17:34

    Mit großem Interesse habe ich diesen Artikel über Sprachsteuerung gelesen. Meine Frage an Sie diesbezüglich wäre, gibt es eine Sprachsteuerung für den Elektrorollstuhl! Ich beabsichtige in naher Zukunft einen neuen Elektrorollstuhl anzuschaffen. Mich würde interessieren, ob es die Möglichkeit gibt die Sekundärefunktionen wie z.b. Licht an/aus, Blinker rechts Blinker/links, Rückenlehnenverstellung, usw. über Spracherkennung anzusteuern! Leider hatte meine Recherche im Internet, bis auf Ihren Artikel, bisher keinen Erfolg! Bedanke mich im Voraus für Ihre Bemühungen!

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