Weltweit: 15 Prozent der Menschen leben mit Behinderung

Die World Health Organisation veröffentlichte am Donnerstag ihren ersten Weltbericht über Behinderung – Die Zahl der Menschen mit einer Behinderung hat demnach deutlich zugenommen

Mehr als eine Milliarde Menschen lebt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einer körperlichen -oder mentalen Behinderung. Die Staaten müssten den betroffenen Männern, Frauen und Kindern ein Dasein ohne soziale und wirtschaftliche Diskriminierungen ermöglichen, forderte die WHO am Donnerstag in Genf.

Sie veröffentlichte zusammen mit der Weltbank den ersten Weltbericht über Behinderungen. Danach wird die Zahl der Menschen mit Behinderungen in den nächsten Jahrzehnten steigen. Ursache sei die Alterung der Weltbevölkerung und die immer größer werdende Zahl von Patienten mit chronischen Krankheiten. Zudem erlitten immer mehr Menschen durch Verkehrsunfälle bleibende Schäden.

Nach den Schätzungen der WHO leben derzeit rund 15 Prozent aller Menschen mit einer Behinderung, im Jahr 1970 veranschlagten die Experten den Anteil der behinderten Menschen an der Weltbevölkerung noch auf zehn Prozent. "Fast jeder von uns wird einmal vorübergehend behindert sein oder mit einer permanenten Behinderung leben", erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. "Eine Behinderung ist Teil des menschlichen Daseins", fügte Chan hinzu.

Stärker von Armut bedroht

Der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, ergänzte, Menschen mit Behinderung hätten viel zu bieten. Die Gesellschaft müsste ihnen eine faire Chance geben. Zu den am weitesten verbreiteten Behinderungen gehören laut WHO Bewegungsstörungen und psychische Erkrankungen. Weiters gelten rund 190 Millionen Menschen als schwerbehindert: Sie sind etwa gelähmt, blind oder leiden unter schweren Depressionen.

Menschen mit Behinderung seien wesentlich stärker von Armut bedroht als gesunde Menschen, erklärte die Gesundheitsorganisation weiter.

Besonders in Entwicklungsländern sei es für Menschen mit Behinderungen oft unmöglich einen Job zu finden. In den reichen Staaten der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hätten nur 44 Prozent der behinderten Menschen eine Beschäftigung, verglichen mit 75 Prozent der Menschen ohne eine Behinderung.

Schlechtere Bildungschancen

Den Großteil ihrer Einkommen verwenden behinderte Menschen laut WHO für Medizin und Pflege. In armen Staaten müsste jeder zweite Mensch mit Behinderung mit medizinisch bedingten Ausgaben rechnen, die er nicht begleichen könne. Wegen der mangelnden medizinischen Versorgung sei auch ihre Lebenserwartung niedriger. Kinder, die mit einer Behinderung lebten, hätten in vielen Ländern schlechtere Bildungschancen.

Zudem könnten viele Menschen mit Behinderung nicht die Errungenschaften moderner Kommunikationstechnologien vollständig nutzen. Die Staaten müssten das internationale übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen voll umsetzen, forderte die WHO. Das Abkommen verlangt ein Ende der Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen. (Jan Dirk Herbermann aus Genf, DER STANDARD)

Für Sie recherchiert:

Ihr behindert-barrierefrei Team
Willi Lang

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