ULM: Ein Stadtplan für Menschen mit Behinderung – wo in Ulm bereits Barrierefreiheit herrscht

Ulm „Die Tendenz geht dahin, für Menschen mit Einschränkungen im Stadtraum Lebens- und Aufenthaltsmöglichkeiten zu schaffen, damit sie sich im normalen Wohn- und Arbeitsumfeld bewegen können“, sagt Ulms Sozialbürgermeisterin Iris Mann. Die weitestgehende Barrierefreiheit im öffentlichen Raum ist ein Ziel der Ulmer Stadtverwaltung und gleichzeitig eine stadtplanerische Herausforderung, gilt es doch dabei auch, Kompromisse zwischen scheinbar Unvereinbarem zu schaffen. Ideen sind gefragt. „Wir sind gut unterwegs, haben aber noch ein langes Stück Weg vor uns“, sagt dazu Ulms Baubürgermeister Alexander Wetzig. Die Barrierefreiheit am Straßenrand, wichtig für den Rollstuhlfahrer, macht dem Blinden die Orientierung unmöglich. Pflaster schafft in den mittelalterlichen Gassen erst Atmosphäre, ist aber für Rollstuhl- und Rollatorfahrer schwer zu bewältigen….

 

Welche Bereiche der Städte Ulm und Neu-Ulm und welche Gebäude und Einrichtungen bereits für Menschen mit Behinderungen uneingeschränkt nutzbar sind, welche eingeschränkt und welche gar nicht, das zeigt eine neue Stadtkarte speziell für Behinderte. Sehbehinderte wurden allerdings bei der Konzeption dieser Karte bewusst ausgenommen, für sie soll eine eigene Karte entstehen. Die neue Stadtkarte, entstanden in der Abteilung Vermessung der Stadt und in Zusammenarbeit mit dem Club Körperbehinderte und ihre Freunde, nutzt die bekannten Ampel-Farben, um grün die völlige Barrierefreiheit, gelb die eingeschränkte Nutzbarkeit für Behinderte und rot Nicht-Behindertengerechtes anzuzeigen. Außerdem sind Kopfsteinpflasterareale farblich von anderen Belägen abgegrenzt. Die Karte weist darüber hinaus behindertengerechte Hotels, Restaurants und Cafés aus und listet die Ulmer Schulen nach ihrer Barrierefreiheit auf. Erfreulich: Die Ulmer und die Neu-Ulmer Kirchen sind behindertengerecht. Zu den nicht-behindertengerechten Einrichtungen gehören in Ulm unter anderem die Familienbildungsstätte, das Naturkundliche Bildungszentrum und Sportanlagen des SSV Ulm 1846, in Neu-Ulm das Diakonische Werk.

Die Stadtverwaltung setzt nach Erscheinen der neuen Stadtkarte auf das Feedback der Nutzer: In die nächste Auflage sollen Verbesserungsvorschläge und Korrekturen eingehen.

Die Stadtkarte für Menschen mit Behinderungen ist gegen eine Schutzgebühr von einem Euro erhältlich beim städtischen Dienstleistungszentrum, beim Service-Center Neue Mitte, bei den Ortsverwaltungen, im Neu-Ulmer Bürgerbüro, bei der Tourist-Information im Stadthaus und in den Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Auch online gibt es den Stadtplan unter www.stadtplaene.ulm.de zum Anschauen und Herunterladen. (köd)

Für Sie recherchiert

Ihr behindert-barrierefrei Team

 

 

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