Sexuelle Assistenz für Frauen und Männer mit Behinderungen in Europa. Situation in Deutschland

Die öffentliche Diskussion um sexuelle Assistenz gegen Bezahlung für Frauen und
Männer mit Behinderungen begann in Deutschland vor über zehn Jahren. Nach
niederländischem Beispiel wurde in Wiesbaden "Sensis“, ein so genannter Körperkontaktservice
für Frauen und Männer mit Behinderungen, gegründet. Gegen Bezahlung
wurden Dienste für Menschen angeboten, die aufgrund ihrer körperlichen
Behinderung ihre sexuellen Bedürfnisse nicht ohne Hilfe von Dritten realisieren
konnten. Inzwischen gibt es Sensis in dieser Form nicht mehr. Der Nachfolgeverein
"Sexualität für Körperlich Behinderte Menschen" (SKBM) bietet praktische Sexualbegleitung an.

Darüber hinaus gibt es andere Organisationen für erotische, sexuelle Kontakte.
Außerdem bieten freiberufliche, speziell ausgebildete, so genannte SexualbegleiterInnen
sowie Prostituierte ihre Dienste für Menschen mit körperlichen und geistigen
Behinderungen an. Nach wie vor ungeklärt ist die Frage der Bezahlung. Sollten
die Kosten von den Krankenkassen oder dem Sozialamt übernommen werden?
Wie ist die gesetzliche Lage? Das Thema sexuelle Assistenz beschäftigt
weiterhin Frauen und Männer mit Behinderungen, deren Angehörige und MitarbeiterInnen
der Behindertenhilfe.
Für die pro familia Beratungsstellen ist "Sexualität und Behinderung“ ein wichtiger
Arbeitsbereich. In den vergangenen Jahren hat das Thema Sexualassistenz an
Bedeutung zugenommen. Wiederholt informieren sich Frauen und Männer mit
Behinderungen, Professionelle und Angehörige nach Unterstützungsmöglichkeiten
bei der praktischen Umsetzung sexueller Bedürfnisse. Die KlientInnen wünschen
sich Informationen über das Thema, fragen nach Adressen von Prostituierten oder
SexualbegleiterInnen, manchmal auch, ob die Beratungsstelle einen Raum zur
Verfügung stellen kann, weil das Wohnheim "dafür keine Gelegenheit hat“ bzw.
"nicht möchte, dass die Sexualbegleitung dort stattfindet“.
Der pro familia Bundesverband führte angesichts dieser aktuellen Entwicklung eine
internationale Befragung bei Familienplanungsorganisationen durch, um Erfahrungen
über sexuelle Dienstleistungsangebote für Frauen und Männer mit Behinderungen,
deren Regelungen bzw. der Diskussionsstand zu sammeln.
Die Ergebnisse sollen dazu dienen, BeraterInnen und Fachkräfte in der Arbeit mit
Frauen und Männern mit Behinderungen zu befähigen, die kritische Auseinandersetzung
über das Für und Wider sexueller Assistenz informiert führen und bei Bedarf
ausländische KollegInnen konsultieren zu können. Anneke Bazuin

Für Sie recherchiert:

Ihr behindert-barrierefrei Team
Willi Lang

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Roy den Reijer
    10. Juni 2022 21:08

    Ich da ich mich immer für das Soziale interssiert habe und hatte ich mich schon gefragt da oft nur von der Sexualität der Männer gesprochen wird und welche dieste werden für die Frauen dann angeboten und wer darf diese angebote anbieten und welche ausbilung sollte erfolgen für die auf einer Professionellen arbeit weiter zu seigern.

    Antworten

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