Sex-Attacke auf Rollstuhlfahrerin

Mann zog 78-Jähriger im Linienbus Nylon-Strümpfe an. Er wurde gleich nach dem Urteil suspendiert.

Düsseldorf. Das Grab ihres Enkels auf dem Südfriedhof wollte Adelheid S. (Name geändert) im November vergangenen Jahres besuchen. An der Haltestelle Eller-Mitte baute der freundliche Busfahrer der Rollstuhlfahrerin eine Rampe auf und half ihr in die Rheinbahnlinie 723. Doch an der Haltestelle Südfriedhof zeigte der 47-Jährige offenbar sein anderes Gesicht. Er soll der 78-jährigen Dame Nylon-Strümpfe angezogen und sie gegen ihren Willen massiert haben. Anschließend habe sich der Mann im hinteren Teil des Busses selbst befriedigt. Wegen sexueller Nötigung musste er sich am Dienstag vor dem Amtsgericht verantworten.

Der Busfahrer stritt die Vorwürfe ab. Die Rentnerin sei verärgert gewesen, weil die Linie 723 an dem Tag wegen eines Trödelmarktes nur bis zur Haltestelle Südpark und nicht weiter bis zur Uedesheimer Straße gefahren sei. Den Vorfall mit den Nylon-Strümpfen habe es angeblich nicht gegeben.

Schwiegertochter hatte der Seniorin zur Anzeige geraten

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit schilderte Adelheid S., was sich an dem Nachmittag zugetragen hatte. An der Haltestelle Südpark habe der 47-Jährige die Türen des Busses geschlossen und sagte, dass er die Nylon-Strümpfe im Bus gefunden habe. Nun wolle er sie bei der Rollstuhlfahrerin anprobieren. Die Massage sei nicht schmerzhaft, aber unangenehm gewesen, zudem habe der Busfahrer sie auf den Fuß geküsst. Die Frau befürchtete, dass der Mann sie auch vergewaltigen würde. Bis heute leidet sie an den Folgen und hat Schlafstörungen.

Aus Scham ging Adelheid S. zunächst nicht zur Polizei, erzählte aber ihrer Schwiegertochter, die beim Landeskriminalamt arbeitet, drei Tage später von dem Vorfall. Die riet der 78-Jährigen, Strafanzeige zu erstatten.

Die Amtsrichterin glaubte der Aussage der Frau. Zumal der Busfahrer zur fraglichen Zeit auch seinen Fahrbericht nicht ausgefüllt und dafür schon eine Abmahnung erhalten hatte. Der 47-Jährige wurde zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Die Rheinbahn suspendierte ihn unmittelbar nach dem Urteil vom Dienst.

Für Sie recherchiert

Ihr behindert-barrierefrei Team

 

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