Schweiz: Die Krankenkassen verweigern Hunderten von Familien eine Chromosomenuntersuchung für ihr behindertes Kind

In den Universitätsspitälern Bern, Basel, Lausanne und Genf sowie am Institut für Medizinische Genetik Zürich stapeln sich die Fälle von «Diskriminierung von Kindern mit Behinderung», wie Ärzte gegenüber der Zeitung «Schweiz am Sonntag» bestätigen.

Grund dafür: Hunderte von Familien hoffen derzeit für ihr behindertes Kind auf einen positiven Bescheid von Seite der Krankenkassen für einen Microarray Test, eine Chromosomenuntersuchung. Meist Vergeblich.

«Bis zum letzten Jahr gab es wenig Probleme mit der Kostenübernahme. Doch 2014 war eine Katastrophe», sagt Claudine Rieubland, Humangenetikerin vom Inselspital Bern. «Aktuell werden rund 90 Prozent der Kostengutsprachen abgelehnt.»

Gleich geht es sämtlichen Genetikern an den grossen Universitätsspitälern. Die Krankenkassen begründen ihr Vorgehen mit einer Präzisierung in der Analysenliste. Für den Humangenetiker Peter Miny vom Universitätsspital Basel steht aber fest: «Auf dem Buckel der Schwächsten, nämlich geistig und körperlich behinderter Kinder, versuchen, die Versicherer Kosten zu sparen.»

Durchgeführt werden solche Microarray Test meist dann, wenn beispielsweise ein Baby mit bestimmten Behinderungen oder Fehlbildungen auf die Welt kommt. Ebenfalls kann eine Chromosomenuntersuchung sinnvoll sein, wenn ein Kind eine intellektuelle Entwicklungsverzögerung, eine Epilepsie oder autistische Züge aufweist.

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