Schlaganfall Infobus – Experten klärten über die Gefahren auf

Etwa 270 000 Schlaganfälle passieren jährlich in Deutschland. Rund 37 Prozent der Betroffenen sterben innerhalb von einem Jahr. Eine schockierende Zahl, die den Schlaganfall nach Krebs- und Herzerkrankungen zur dritthäufigsten Todesursache macht. Um darüber aufzuklären, stand am Freitag der knallrote Infobus der „Herzenssache Lebenszeit Schlaganfall“ vom Klinikum Leverkusen vor der Rathaus-Galerie.

Experten aus der Kardiologie sowie der Neurologie waren vor Ort, um Interessierte insbesondere über Risikofaktoren und Vorbeugung von Schlaganfällen aufzuklären. Zudem bot die leitende Oberärztin der Neurologie, Dr. Ute Buchhaas, ein Ultraschall-Screening der Halsgefäße an, der Blutdruck konnte gemessen werden und eine Diabetesexpertin stand zur Beratung zur Verfügung. Falls es beim Ultraschall-Screening Auffälligkeiten gibt, werden die Betroffenen ans Krankenhaus weitergeleitet, wo verschiedene Tests vorgenommen werden können.

Durch Vorsorgemaßnahmen und eine gesunde Lebensweise könnten rund 50 bis 70 Prozent aller Schlaganfallerkrankungen vermieden werden. Risikofaktoren sind unter anderem Übergewicht und Adipositas, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Vorhofflimmern und familiäre Vorbelastung. Tendenziell steigt die Zahl der Schlaganfälle, was aber auch damit zusammenhängt, dass heutzutage mehr Schlaganfälle diagnostiziert werden als früher. Buchhaas erzählt, dass bestimmte Faktoren zunehmen, zum Beispiel das extreme Übergewicht. Manche Risikofaktoren nähmen allerdings auch ab, da weniger Menschen rauchten und Diabetiker früher und besser mit Medikamenten eingestellt würden.

Symptome treten plötzlich auf

„Zeit ist ein unheimlich wichtiger Faktor bei Schlaganfällen“, sagt Buchhaas. „Wenn Symptome da sind, sollte man sofort die 112 rufen. Heutzutage hat man mehr Möglichkeiten, in der Frühphase noch viel Hirngewebe zu retten.“ Die Anzeichen für einen Schlaganfall treten meist plötzlich auf. Wer schmerzlose (halbseitige) Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Sehstörungen oder Taubheitsgefühle hat, sollte sofort ins Krankenhaus. Stellt eine außenstehende Person Anzeichen für einen Schlaganfall bei jemandem fest, sollte sie die betroffene Person bitten zu lächeln oder beide Arme zu heben. Sollte eine Körperseite beeinträchtigt sein, deutet das auf einen Schlaganfall hin. Dr. Peter Schwimmbeck plädiert als Direktor der Klinik für Kardiologie für eine bewusstere Körperwahrnehmung und einen gesunden Lebensstil. „Die Menschen sind selbst verantwortlich für ihre Gesundheit und müssen lernen, ein bisschen auf sich selbst zu achten. Dazu zählen eben auch Sport und eine gesunde Ernährung“, sagt Schwimmbeck.

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