Protein begrenzt Hirnschaden nach Schlaganfall

Mit einem körpereigenen Protein lässt sich der Gehirnschaden nach einem Schlaganfall verringern. Das haben Forscher der Stanford University School of Medicine herausgefunden. Bei gesunden Menschen wird das Strukturprotein Alpha-B-Crystallin in den Linsen der Augen und im Herzen gebildet.

Die US-amerikanischen Wissenschaftler entdeckten, dass es nach einem Schlaganfall vom Organismus vermehrt hergestellt wird. Dabei wurde eine Korrelation zwischen Alter und Schlaganfalldauer deutlich: Je jünger die Patienten sind und je länger der Hirnschlag dauert, umso mehr Protein produziert der Körper. Bei Menschen über 80 Jahren findet dieser Prozess allerdings nicht mehr statt, was erklären könnte, warum bei ihnen die Folgen eines Schlaganfalls gravierender sind als bei jüngeren Betroffenen.

Helfen könnte jedoch die Verabreichung von künstlich hergestelltem Alpha-B-Crystallin. In Versuchen an Mäusen zeigte sich, dass es ein gut wirksames Medikament nach Schlaganfällen ist, selbst wenn es nach mehr als zwölf Stunden nach dem Hirninfarkt verabreicht wurde. Bislang stehen nur Medikamente zur Auflösung von Blutgerinnseln zur Verfügung, die innerhalb weniger Stunden nach dem Hirnschlag verabreicht werden müssen, um zu wirken.

Mit dem synthetischen Protein waren die Hirnschäden bei den Nagern im Vergleich zu nicht behandelten deutlich geringer, auch bei Verabreichung nach rund zwölf Stunden. Das Alpha-B-Crystallin mildert die überbordende Reaktion des Immunsystem, die durch den Schlaganfall ausgelöst wird und Nervenzellen im Gehirn absterben lässt. Starke Nebenwirkungen wurden nicht festgestellt. Auf diese Weise könnten in Zukunft in der Notfallmedizin Langzeitschäden nach einem Schlaganfall verhindert oder zumindest verringert werden. (vm/mp) Dieser Artikel wurde am 2011-07-26 in der Kategorie Gesundheit mit den Suchwörtern Protein begrenzt Hirnschaden nach Schlaganfall veröffentlicht.

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Ihr behindert-barrierefrei Team
Willi Lang

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