Pflegestufe / Pflegegrade

Was Sie bei der Pflegeversicherung beachten sollten

Pflegegrade/ Information Pflegeversicherung

Treffen Sie Ihre Entscheidung mit Ihren Angehörigen.
Beziehen Sie Ihre behandelnden Ärzte mit ein.
Sammeln Sie Unterlagen und Dokumente, zum Beispiel Befunde, Röntgenbilder, Gutachten, Arztbriefe usw.
Besorgen Sie sich von der zuständigen Pflegekasse das Antragsformular. Achtung! Viele Pflegekassen haben ihre eigenen Formulare.
Suchen Sie sich unbedingt kompetente, fachliche Unterstützung, zum Beispiel durch einen ambulanten Pflegedienst.
Füllen Sie den Antrag gewissenhaft aus und senden Sie ihn an die zuständige Pflegekasse. Diese beauftragt den MDK (den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung) mit der Erstellung des Pflegegutachtens. Zunächst erfolgt das anhand Ihrer Unterlagen, danach durch einen persönlichen Besuch des Gutachters beim Antragsteller.
Wenn Sie zwischen Antragstellung und Genehmigung eine Pflegeperson benötigen, müssen Sie diese zunächst selbst bezahlen. Wird Ihr Antrag genehmigt, übernimmt die Pflegekasse die Kosten im Nachhinein ab dem Datum der Antragstellung. Deshalb sollten Sie unbedingt alle Belege aufbewahren! Wenn kein Geld vorhanden ist, kann beim Sozialamt ein Antrag auf „Hilfe zur Pflege“ gestellt werden. Wird der Antrag genehmigt, geht das Sozialamt in Vorleistung und rechnet dann bei Bewilligung des Pflegeantrags direkt mit der Pflegekasse ab.
Beginnen Sie sofort mit dem Führen eines Pflegetagebuches. In diesem dokumentieren Sie so umfassend wie möglich die erbrachten Pflegeleistungen und Hilfestellungen. Das Pflegetagebuch ist eines der wichtigsten Belege für den Nachweis des tatsächlichen Pflegebedarfs!
Zum Begutachtungstermin (dieser wird schriftlich vom MDK angekündigt) sollte der Pflegebedürftige nicht alleine sein. Neben Angehörigen ist es wichtig, fachkundigen Beistand zu haben (z.B. einen ambulanten Pflegedienst), der mit der persönlichen Situation des Betroffenen vertraut sind.
Achtung!
Dieser Termin ist ausschlaggebend für das Begutachtungsergebnis. Viele Pflegebedürftige zeigen sich motiviert durch den unbekannten Besuch und geben dadurch unfreiwillig ein wesentlich besseres Bild über ihren Zustand ab, als es der Realität entspricht. Es kann durchaus passieren, dass sowohl die Pflegeperson bzw. Pflegefachkraft als auch der Antragsteller allein befragt werden. Weichen die Angaben des Antragstellers und der Pflegeperson bzw. Pflegefachkraft voneinander ab wird dies dokumentiert!
Pflegegrade/Pflegestufen-Tipp: Übersehen Sie keine erbrachten Leistungen (zum Beispiel das Verlassen der Wohnung für Arztbesuche inklusive Wartezeit) oder mögliche Pflegeerschwernisse (z.B. hohes Körpergewicht des Pflegebedürftigen, Pflege nachts oder phasenweise Hilfe durch mehrere Pflegekräfte)! Diese wirken sich positiv auf den Zeitaufwand der Pflegeeinstufung aus. Das Ergebnis des Pflegegutachtens teilt der Gutachter der Pflegekasse mit. Diese entscheidet dann nach Aktenlage unter maßgeblichen Bezug auf das Gutachten und teilt dem Versicherten ihre Entscheidung über die Pflegebedürftigkeit schriftlich mit.
Bei Ablehnung einer Pflegestufe haben Sie 4 Wochen Zeit um dagegen Widerspruch einzulegen.
Hinweis!
Wurde keine Pflegebedürftigkeit nach SGB XI festgestellt und dadurch eine Pflegestufe nicht erteilt, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen Hilfe vom Sozialamt beantragen. Diese Hilfe zur Pflege richtet sich nach dem vom MDK festgestellten Bedarf an Pflege.
Euer behindert-barrierefrei Team

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