NOTFALL – Schlaganfall

Schlaganfall – Symptome, Verhalten, Therapien

In Deutschland erleidet alle zwei Minuten ein Mensch einen Schlaganfall. Schnelles Handeln und die richtige Versorgung sind dann das Wichtigste – davon hängen Überleben und Lebensqualität ab.

Diagnose Schlaganfall – rund 270.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Schlaganfall. Oft sind es Menschen über 60 Jahre, aber auch jüngere kann es treffen.

Wie kann man lebensrettende Techniken nach Schlaganfällen flächendeckend besser zum Einsatz bringen? Das war eines der Hauptthemen beim Kongress zur Neuro-Intensivmedizin in Karlsruhe vom 30.1. – 1.2.2020.

Ein Schlaganfall wird entweder durch einen Gefäßverschluss oder durch eine Blutung im Gehirn verursacht. Weil bei einem Schlaganfall die Durchblutung des Gehirns gestört ist, zählt jede Minute. Die Patienten müssen sofort versorgt werden.

Schlaganfall erkennen – Der FAST-Test

Der Test stammt aus dem englischsprachigen Raum. FAST steht als Abkürzung für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit).Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt oder dreht sich.Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.Time: Zögern Sie nicht, wählen Sie unverzüglich die 112 und schildern Sie die Symptome.

Ischämischer und hämorrhagischer Schlaganfall

Die häufigste Form eines Schlaganfalls (Apoplex) oder Hirninfarkts ist der ischämische Schlaganfall. Er entsteht durch den Verschluss eines Blutgefäßes. Die Folge: Das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. Dauert die Unterversorgung länger als ein paar Minuten, sterben Nervenzellen ab.

Von einem hämorrhagischen Schlaganfall oder einer Hirnblutung spricht man, wenn ein Gefäß im Gehirn platzt. Bei der Hirnblutung schädigt der Druck des austretenden Blutes das umliegende Gewebe zusätzlich.

Die Risikofaktoren für ischämische oder hämorrhagische Schlaganfälle sind meistens bekannt. Es sind vor allem Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Stress, Alkohol und Nikotin.

Ein Schlaganfall entsteht nicht unbedingt im Gehirn

Ein Schlaganfall kann an einer mikroskopisch kleinen Stelle weitab des Gehirns entstehen und doch die Funktionsfähigkeit unseres höchstentwickelten Organs gefährden.

Schnelles Handeln in Stroke Units – „Time is brain!“

Ein Schlaganfall-Patient muss so schnell wie möglich in ein Krankenhaus gebracht werden – am besten auf eine Spezialstation, eine sogenannte Stroke Unit. Denn die erste Zeit nach einem Schlaganfall entscheidet über das Ausmaß der Zellschäden im Gehirn.

Die Stroke Unit ist eine auf Schlaganfall-Patienten spezialisierte Abteilung in einem Krankenhaus. Dort werden Patienten in den ersten Tagen nach ihrem Schlaganfall schnell, umfassend und fachübergreifend behandelt. Der englische Begriff „stroke“ bedeutet im Deutschen „Schlag“, „unit“ bedeutet „Einheit“.

In Deutschland gibt es inzwischen mehr als 300 dieser Schlaganfall-Spezialstationen. Auf der Seite der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft finden Sie zertifizierte Stroke Units in Ihrer Nähe.

Mögliche Behandlungen nach einem Schlaganfall

Je nach Art des Schlaganfalls gibt es unterschiedliche Behandlungen. Beim ischämischen Schlaganfall geht es darum, die Durchblutung des betroffenen Gehirnbereichs so schnell und so gut wie möglich wieder herzustellen.

Meistens kommt hier die Lysetherapie (Thrombolyse) zum Einsatz. Das verabreichte Enzym sorgt dafür, dass der Verschluss des Gefäßes beseitigt und die Blutversorgung des betroffenen Bereiches des Gehirns wieder hergestellt werden.

Bei einem hämoragischen Schlaganfall steht im Vordergrund, die Blutung im Gehirn so schnell wie möglich zu stoppen und weitere Schädigungen durch das austretende Blut zu verhindern. Bei einer Operation versuchen Ärzte, Blut aus den Zwischenräumen der Hirnstruktur abzusaugen und den Druck auf das Gehirn so zu verringern.

Therapiemöglichkeiten – zwei Ansätze, an denen geforscht wird

Bei einem Schlaganfall sterben viele Nerven im Gehirn ab. Überlebt ein Patient einen Schlaganfall, wird er häufig zum Pflegefall. Das Gehirn erholt sich nicht mehr von selbst. Mittels verschiedener Therapieverfahren sollen Patienten dabei unterstützt werden, möglichst viele körperliche Funktionalitäten wieder zurückzubekommen.

Ein weiterer Ansatz, an dem derzeit geforscht wird, ist die Therapie mit reinem Sauerstoff. In der Frühphase sollen Patienten 40 Liter Sauerstoff pro Minute bekommen. Die Therapie hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn die Engstelle im Hirn so schnell wie möglich beseitigt wird – durch Medikamente oder durch eine Operation.

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