KONSTANZ: Rollstuhlgerechte Wohnungen im Test

Von AURELIA SCHERER "Wir sind darum bemüht, dass behinderten- und seniorengerechte Wohnungen entstehen“, stellt Dorothee Schmidt, Vorsitzende des Kreisseniorenrats fest. "Alt werden ist ein Thema, das gerne ausgeblendet wird.“ Doch gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung sei es unverzichtbar, sich rechtzeitig dem Thema zu widmen.

Ein erklärtes Ziel ist, dass Senioren so lange wie möglich in ihrer Wohnung leben können. Zum einen finden sich Senioren in ihrer gewohnten Umgebung besser zurecht. "Und zum anderen ist es billiger“, so Dorothee Schmidt.

Rechtzeitig vor Baubeginn hatte der Kreisseniorenrat bereits Kontakt mit der Wobak aufgenommen, damit in dem neuen Wohnpark in der Bruder-Klaus-Straße am Bahnhof Petershausen von vornherein altersgerecht gebaut würde.

"Wir haben hier insgesamt 109 Wohnungen erstellt“, erläuterte Hans-Joachim Lehmann, Handlungsbevollmächtigter der Wobak. Die oberen Stockwerke seien gemäß der allgemeinen Vorschrift der Landesbauordnung barrierefrei gebaut, der Rest barrierearm erstellt.

Zwei Wohnungen seien sogar nach DIN 18025 rollstuhlgerecht konzipiert. Und eben diese beiden nahm der Kreisseniorenrat genau unter die Lupe, und zwar im Rahmen eines Praxistests.

Dorothee Schmidt setzte sich in einen Rollstuhl und durchfuhr den Wohnungsflur. Keine Barriere, kein Hindernis, stellte sie zufrieden fest. Die Küche ist zwar noch nicht eingebaut, aber aufgrund der Anschlüsse und der Anordnung der Plättchen war bereits erkennbar, dass die Arbeitsflächen auf Rollstuhlfahrerhöhe angepasst werden.

Auch sämtliche Lichtschalter, Fensterhebel und Rollladenriemen sind für Rollstuhlfahrer in optimaler Greifhöhe. Lediglich der Zugang zum Balkon konnte Dorothee Schmidt nicht ohne Hilfe von Ratsmitglied und Architekt Burghard von Sondern bewältigen, auch wenn die Schwelle sehr niedrig ist. "Das geht nicht anders“, stellte von Sondern fest, denn sonst könnte bei Unwettern Wasser in die Wohnung dringen. Mittels geriffelter Bleche könnte diese kleine Hürde aber problemlos bewältigt werden.

Auch das Bad wurde getestet. Die barrierefreie Dusche wurde einem Trockentest unterzogen. Allerdings diskutierten die Beteiligten, ob eine Trennwand oder ein Duschvorhang geeigneter sei. Der Vorteil einer Trennwand: Nicht das gesamte Bad wird nass. Der Nachteil: Wenn ein bis zwei Personen beim Duschvorgang helfen sollten, wird es zu eng. Da wäre ein Duschvorhang geeigneter.

"Die Entscheidung muss individuell nach Bedarf fallen. Da ist die Flexibilität des Vermieters gefragt“, stellte Hans-Joachim Lehmann fest. Die Wobak jedenfalls sei so flexibel, um auf die jeweiligen Anforderungen zu reagieren.

Der Stadtseniorenrat war sehr zufrieden mit der Bauausführung seitens der Wobak. "Wir hoffen, dass sie beispielgebend für andere sind“, so Burghard von Sondern.

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Ihr behindert-barrierefrei Team
Willi Lang

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