Kindern und Erwachsenen mit geistiger Behinderung und Downsyndrom – Heilpädagogisches Reiten

Von Daniela Bittner

RAINAU-DALKINGEN-WEILER Renate Berhalter aus Ellenberg vom Reit- und Fahrverein Röhlingen hat ihre Liebe zu den Pferden zum Beruf gemacht. Seit sechs Jahren bietet sie auf dem Hof ihrer Eltern in Weiler Heilpädagogisches Reiten an.

Berhalter hat eine Ausbildung zur Heilerziehungspflege und arbeitet im Lindenhof. Um ihre Liebe zu den Pferden mit ihrem Beruf zu verbinden, machte sie 2004 eine zweijährige Ausbildung zum Heilpädagogischen Reiten, die sie 2006 erfolgreich abschloss. Für diese Ausbildung legte sie extra das vorgeschriebene Bronzene Reitabzeichen ab.

Nach der Ausbildung ging sie auf die Suche nach einem geeigneten Therapiepferd. Fündig wurde sie in dem Haflinger "Otto“, der reiterlich eine Grundausbildung hatte, mehr nicht. Für ihre therapeutischen Zwecke bildete Berhalter den Wallach selbst aus. Der nun sechzehnjährige Haflinger macht geduldig alles mit. Ihr Shetty Aby setzt Berhalter ab und zu für "Nicht-Reiter“ ein.

Berhalter arbeitet mit vielen verschiedenen Gruppen. Von Kindern und Erwachsenen mit geistiger Behinderung und Downsyndrom über Kinder mit Entwicklungsstörungen oder Aufmerksamkeitsdefiziten ist alles vertreten. Die Kinder und Erwachsenen kommen einmal pro Woche oder auch nur alle zwei Wochen, je nach Bedarf.

Das Heilpädagogische Reiten wird inzwischen so gut angenommen, dass Berhalter in ihrem bisherigen Job nur noch Nachtdienste übernehmen kann, damit sie sich voll der Arbeit mit den Pferden widmen kann. Sehr interessant ist es, wenn man Berhalter bei ihrer Arbeit zusehen kann. Sowohl Berhalter als auch Otto strahlen eine herzliche Ruhe aus. Und die Patienten blühen richtig auf bei den Pferden.

Die Reiter dürfen am Anfang erst einmal den Stall mit sauber machen, dann werden die Pferde von der Koppel geholt und Otto geputzt. Jeder darf helfen, wichtig ist, dass alle putzen, Hufe auskratzen und, sehr wichtig, mit Otto kuscheln dürfen. In der beobachteten Gruppe sind vier Patienten mit Downsyndrom, die zwischen 43 und 56 Jahren alt sind.

Durch die Arbeit mit und bei dem Pferd lernen sie, ihre Koordination zu verbessern und zu erhalten. Auch neue Freundschaften werden hier geschlossen. Alle Reiter sind Feuer und Flamme für Otto.

Nach dem Putzen wird sogar Ball gespielt mit Otto als Grenze dazwischen. Aufgestiegen wird mittels einer kleinen Treppe, dann werden alle einzeln geführt, oft geht es eine Runde in das umliegende Gelände, oder es werden Nachbarn besucht. Auch nach dem Reiten dürfen die Reiter noch spielen. So werfen sie von Ottos Rücken aus gekonnt Basketbälle in einen Korb oder Ringe auf ein Hütchen.

Die Freude am Reiten und auch am Pferd ist allen ins Gesicht geschrieben. Sie strahlen um die Wette. Nach dem Reiten gibt es bei Berhalters Mutter noch Kaffee und Kuchen, was für die Patienten ein gelungener Abschluss ist.

Trotz des Spaßes für die Patienten ist Berhalter die Sicherheit sehr wichtig. Seit Beginn ihrer Arbeit arbeitet sie unfallfrei, worauf sie mit Recht stolz ist.

Für Sie recherchiert:

Ihr behindert-barrierefrei Team
Willi Lang

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