Inklusion an der Werkbank

Caritas Verein Hauptschüler und Behinderte bauen Mini-Windräder

Kontaktschwierigkeiten gab es unter Schülern und Werkstattmitarbeitern keine. Alle halfen sich gegenseitig.

VON ANJA BIEWALD

ALTENOYTHE – Konzentriert richtet sie den Blick auf den Bauplan. Dann schnappt sich das Mädchen die nächste Schraube und passende Mutter dazu und setzt zwei rote Metallteile zusammen: Am Ende kommt dabei eine kleine Kurbelleuchte heraus. Wir sind in der Werkstatt für Behinderte des Caritas Vereins Altenoythe. Mitarbeiter der Einrichtung und Schüler der achten Klassen der Heinrich-von-Oytha-Schule arbeiten dort gemeinsam an den Werkbänken.

Die Schüler absolvieren in der Einrichtung ein einwöchiges Sozialpraktikum. Und damit dabei keine Langeweile aufkommen kann, wurde die EWE mit ihrem Projekt „Energie macht Schule“ mit ins Boot geholt. Die Aufgabe: Die behinderten Werkstattmitarbeiter und die Hauptschüler bauen gemeinsam Mini-Windräder, computergesteuerte Windstärkenmessgeräte und eben besagte Kurbelleuchten im Miniaturformat.

Schon seit einigen Jahren absolvieren die Achtklässler der Hauptschule ein Praktikum beim Caritas Verein Altenoythe. „Damit das nicht jedes Jahr so monoton ist, versuchen wir Projekte anzubieten“, so die stellvertretende Werkstattleiterin, Martina Stalljann.

Begleitet wurde die Projektwoche von Klassenlehrer Bernd Engling, Horst Hutfilter von der Werkstatt sowie Henning Lichtenstein und Cord Rademacher von der EWE. Rasmus Braun, Schulleiter der Heinrich-von-Oytha-Schule, zeigte sich begeistert von den Ergebnissen und betonte: „Unsere Schüler haben hier auch erfahren, dass sie anderen helfen können.“ Und Martina Stalljann ergänzte: „Und sie haben auch gelernt, dass behinderte Menschen anderen helfen können.“

Während der Arbeit an den Projekten haben sich Schüler und Mitarbeiter gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite gestanden: So sieht Inklusion in der Praxis aus.

Kontaktschwierigkeiten habe es von vornherein keine gegeben, berichteten auch die Projektleiter übereinstimmend. Fragen und Probleme wurden immer gemeinsam gelöst. Die Schüler hatten sogar so viel Spaß, dass sie auf zwei unterrichtsfreie Tage in dieser Woche verzichteten und stattdessen in der Werkstatt für Behinderte mitarbeiteten. „Das ist alles unheimlich gut gelaufen, alle haben sich prima ergänzt und motiviert mitgearbeitet“, so Bernd Engling.

Für Sie recherchiert:

Ihr behindert-barrierefrei Team
Willi Lang

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