“Inklusion und Mobilität” – Schüler sammeln Erfahrungen im Rollstuhl

Grundschüler sammeln Erfahrungen im Rollstuhl

SWISTTAL-BUSCHHOVEN. Die Gemeinschaftsgrundschule am Burgweiher in Swisttal lud die “rollikids” bereits zum zweiten Mal ein. Der Kurs richtete sich an die Zweitklässler der Grundschule.

Auch als Sportgerät taugt der Rollstuhl, wie die Kinder in der Turnhalle feststellen.

Ein Leben im Rollstuhl erweckt häufig die Assoziation von Hilfsbedürftigkeit. Auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein, bedeutet jedoch keineswegs, komplett eingeschränkt zu sein. Das Projekt “Inklusion und Mobilität” der Bezirksregierung Köln in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Rollstuhlsport (DRS) “rollikids” möchte auf diese Tatsache aufmerksam machen. Die Gemeinschaftsgrundschule am Burgweiher in Swisttal lud die “rollikids” bereits zum zweiten Mal ein. Der Kurs richtete sich an die Zweitklässler der Grundschule.

Die Idee dahinter: Menschen mit Behinderung kommen an Schulen mit gemeinsamem Unterricht und erzählen von ihrem Leben im Rollstuhl. Schüler wie Lehrer können unter geschulter Anleitung das Rollstuhlfahren ausprobieren. Sie werden spielerisch an das Thema herangeführt. Außerdem lernen die Kinder, dass ein Rollstuhl auch ein Sportgerät sein kann. Der Blick soll weg von den Unterschieden hin zu den Gemeinsamkeiten gelenkt werden sowie eine Haltung zur Inklusion aufgebaut werden.

“Es verändert sich deutlich was bei den Kindern. Sie wechseln die Perspektive und erkennen, worauf es ankommt. Nämlich dass Rollstuhlfahrer genauso wie andere Menschen sind”, sagte Heidi Wolters, Sonderpädagogin an der GGS. Am Anfang testeten die Schüler die Beweglichkeit des Rollstuhls. Geleitet wurde der Kursus von Ute Herzog, Beraterin für Inklusion und Schulsport. Geübt wurde in der Turnhalle. Die Regel: Aus dem Rollstuhl aufstehen gilt nicht. Sie sollten so lernen, welche Hindernisse Rollstuhlfahrer in ihrem täglichen Leben überwinden müssen.

Natürlich sind Rollstuhlfahrer auch auf Hilfe von außen angewiesen. Um diese Hilfe zu bitten, erfordert Offenheit. Auch das sollen die Kinder begreifen. Doch gleichzeitig sollen sie auch verstehen, dass es nicht der wesentliche Aspekt ist. Vor allem waren die Kleinen begeistert, welche Sportmöglichkeiten es im Rollstuhl gibt. Fragen zum Leben im Rollstuhl und zu den Sportmöglichkeiten für Rollstuhlfahrer beantwortete Rollisportler Patrick Moser.

Das größte Problem, das Menschen mit Behinderung im Alltag haben, ist, dass ihre Mitmenschen durch Unsicherheit oder Mitleid Scheu haben auf sie zuzugehen. Ziel solcher Kurse, wie der an der GGS, ist es, einen Abbau von Vorurteilen und einen Aufbau von gegenseitigem Verständnis zu erreichen. Der Blick für die Gemeinsamkeiten innerhalb der Unterschiede soll geschärft werden und somit eine positive Haltung zur Inklusion geschaffen werden, um das Zusammenleben aller im Alltag zu erleichtern.

Die Schüler lernen in solchen Kursen, dass Kinder mit Behinderungen trotz ihrer Einschränkung die gleichen Bedürfnisse und Wünsche haben. “Im vergangenen Jahr waren einige Kinder so begeistert von dem Kurs, dass sie sich einen Rollstuhl zu Weihnachten gewünscht haben”, erzählte Wolters. Auch in diesem Jahr hatten die Kinder sichtlich Spaß.

 

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