Hamburg: Menschen mit geistigen Behinderungen sollen das Behördendeutsch verstehen

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Der Hamburger Senat will Formulare und amtliche Briefe verständlicher machen. Ziel sei es, dass auch Menschen mit geistigen Behinderungen das Behördendeutsch verstehen, sagte Sozialsenator Detlev Scheele (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung eines Berichts zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Rathaus.

Komplizierte Dinge in einfachen Worten sagen – das ist die große Kunst der Dolmetscher, die Texte in die sogenannte leichte Sprache übersetzen. Und für Sozialsenator Scheele ist es eines der großen Projekte der kommenden Regierungszeit, um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Hamburg voranzubringen.

Scheele sieht Fortschritte

Für zwei Projekte seiner jetzigen Amtszeit meldet Scheele große Fortschritte. Das sei zum einen der barrierefreie Ausbau von U- und S-Bahn-Stationen. Bis Ende 2015 sollen 57 Haltestellen von U- und S-Bahn barrierefrei zugänglich sein, das entspricht einem Anteil von 63 Prozent. Neun weitere Stationen sollen 2016 folgen. Zum anderen hob er die Förderung von Arbeitsplätzen hervor. Fast 100 behinderte Menschen konnten die Werkstätten verlassen und mithilfe von Lohnkostenzuschüssen einen regulären Arbeitsvertrag in einer Firma wie dem Kaffeeröster Darboven unterschreiben, so Scheele. Zudem hätten etwa Theater der Stadt Aufführungen für Blinde und Sehbehinderte ins Programm genommen, erläuterte Scheele. Mithilfe einer Audiodeskription könnten die Betroffenen nun auch das Geschehen auf der Bühne besser verfolgen.

Langfristiges Ziel müsse es sein, dass künftig bei allen Vorhaben die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen mitgedacht werden. Inklusion müsse zum Selbstgänger werden. „Wir möchten irgendwann unser Wächter-Amt abgeben“, sagte der Sozialsenator.

Hoffnung auf mehr Privatinitiative

Bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention setzt der Senat verstärkt auch auf private Organisationen und Verbände. „Wir brauchen noch mehr Menschen, die sich von dieser Idee begeistern lassen und so jeden Tag zeigen, dass das Zusammenleben ganz unterschiedlicher Menschen mit vielen verschiedenen Talenten unsere Stadt bereichert“, sagte Scheele.

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