Der Verein behindert-barrierefrei mit Beate Müller-Gemmeke auf Inklusion Tour 2013

GOMADINGEN-OFFENHAUSEN. Mit dem normalen Rollstuhl hätte Oliver Fleiner keine Chance gehabt, Beate Müller-Gemmeke einen Tag lang bei ihrer Tour quer über die Schwäbische Alb zu begleiten. Der Vorsitzende des Vereins behindert-barrierefrei nennt jedoch ein schnelles und wendiges Gefährt sein eigen, das nicht nur Ähnlichkeit hat mit einem Segway, sondern auch ein solches Fortbewegungsmittel ist.

 

Vier Rollis, vier Räder, ein Vierbeiner: Albtour auf Initiative der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke, Mitte. FOTO: Ulrike Oelkuch
Nur eben eines, auf dem man als behinderter Mensch Platz nehmen kann, statt darauf stehen zu müssen, bekam die E-Bike fahrende Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen jetzt echte Konkurrenz: Wer die gemischte Gruppe auf dem Radweg entlang der Lauter zwischen ihrem Ursprung in Offenhausen und dem Gomadinger Teilort Dapfen rollen sah, konnte nur staunen.

Breitreifen und bequemer Sitz

Auch Behinderte wollen mobil sein, sagt Oliver Fleiner, der an Multipler Sklerose erkrankt und seit fast 13 Jahren auf den Rollstuhl angewiesen ist, um sich überhaupt fortbewegen zu können. Allerdings sei ein Rollstuhl mit gerade mal »sechs Sachen« viel zu träge, um damit größere Distanzen zu überwinden. Der Kirchheimer, der sich auf Einladung von Müller-Gemmeke jetzt von drei weiteren Vereinsmitgliedern auf die Alb begleiten ließ, kam irgendwann mal auf die Idee, auf der Basis eines Segways ein deutlich flotteres Gefährt für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln.

Dank Breitreifen, Elektroantrieb, einem bequemen Sitz sowie einer Lenkstange, die auf kleinste Körperbewegungen reagiert, ist dieser Rolli nun durchaus ausflugstauglich und pro Stunde immerhin 20 Kilometer schnell.

Damit kann sein Fahrer mit manchem E-Bike mithalten, dessen Antrieb bei 25 Stundenkilometern abschaltet. Noch wichtiger aber: Mit Rolli sind Ausflüge auch für Behinderte nicht länger tabu. Den Beweis traten Fleiner und drei weitere Rollstuhlfahrer jetzt an, während sie die Abgeordnete auf ihrer Fahrt zwischen Offenhausen und Dapfen begleitet haben.

Zur inklusiven Landpartie gehörte zuvor noch der Besuch der Lauterquelle in Offenhausen und des Irisgartens in unmittelbarer Nähe. Auch ließ sich die Gruppe, die im vergangenen Jahr mit Müller-Gemmeke in Berlin gewesen ist, von Bürgermeister Klemens Betz und dessen Frau Gabi das Gestütsmuseum in der Klosterkirche zeigen: Auch das ist (weitgehend) barrierefrei.

Klar, dass die ganze Zeit über auch die Labradorhündin Ashanti dabei war, die Andreas Reicherter aus Eningen als speziellen Behinderten-Begleithund ausgebildet hat: Ashanti kann sowohl Türen öffnen als auch auf den Knopf einer Ampel drücken. (oel)

Euer behindert-barrierefrei Team
Vorheriger Beitrag
Das schreibt der Reutlinger General-Anzeiger über den Segway-Rollstuhl Apache
Nächster Beitrag
Bild: Segway-Rollstuhl Apache auf St.Pauli(Hamburg) gesichtet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

zehn − zwei =

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0
Abonnenten bei YouTube Kanal barrierefrei1
Menü