Corona-Regeln: Hart für Risikogruppe – Menschen mit Behinderung

Der 5. Mai ist der europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Normalerweise gibt es Demonstrationen und andere Aktionen, die auf die Sorgen und Probleme der Menschen aufmerksam machen. Durch die Einschränkungen wegen des Coronavirus sah der Tag diesmal anders aus. Veranstaltungen fielen aus oder wurden deutlich verkleinert. In Göttingen gab es eine Mahnwache des Bündnisses „Inklusives Göttingen“. In eingeschränktem Umfang und mit viel Abstand – doch den Veranstaltern war es wichtig zu zeigen, dass Corona Menschen mit Behinderung noch härter trifft als andere.

Maske macht Lippen lesen unmöglich

Das beginnt schon bei der Mund-Nasen-Maske: Die soll schützen, bedeutet aber zugleich für Gehörlose das Ende der Kommunikation. Lippen lesen ist unmöglich. Für Menschen mit einer Sehbehinderung seien außerdem die Abstandsregeln schwer einzuhalten. Ein Teilnehmer berichtete, er könne nicht sehen, ob andere Menschen zwei Meter von ihm entfernt sind.

Keine Treffen, keine Therapien

Auch schwierig: Individuelle Hilfen oder Therapien fielen zurzeit aus, sagte Karin Mann, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderung in Göttingen. „Viele können nicht mehr trainieren. Sie haben große Probleme mit der Gehfähigkeit, dadurch, dass sie nicht nach draußen können und Therapien nicht stattfinden.“ Sich einfach irgendwie allein in Bewegung zu halten, sei für Schwerbehinderte nicht unbedingt möglich. Treffen von Behinderten zum Gedankenaustausch gebe es derzeit ebenfalls nicht – wie auch Treffen nicht behinderter Menschen gerade nicht möglich sind. Die erfahren derzeit, was für Personen mit Behinderung oft Alltag ist: eingeschränkte Bewegungsfreiheit und soziale Distanz. Das Motto der Mahnwache lautete: „Corona behindert alle“.

 

Vorheriger Beitrag
Rollstuhl Landhaus Schloss Kölzow Dettmannsdorf barrierefrei
Nächster Beitrag
Rollstuhl Camping Hofstede Molenzicht Vrouwenpolder Niederlande barrierefrei

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • „Treffen von Behinderten zum Gedankenaustausch gebe es derzeit ebenfalls nicht..“

    Woher stammt eigentlich immer die Grundannahme, der Behinderte an sich sei ein Herdentier und rotte sich stets gern unter „Seinesgleichen“ zusammen? 😉

    Gruß,
    Ein Behinderter, der auch gern unter Nichtbehinderten ist

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

neun + acht =

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0
Abonnenten bei YouTube Kanal barrierefrei1
Menü