Behindertengerechtes und barrierefreies Badezimmer – Kosten, Zuschüsse und Förderungsmöglichkeiten

Pauschal lassen sich die einzelnen Kosten für den Um- oder Neubau eines behindertengerechten und barrierefreien Badezimmers schwer einschätzen, da auch hier zusätzliche Aufwendungen in Form von Wandverstärkungen für die Haltegriffe, Lüftungen, Duschwasserpumpsysteme und ähnliches anfallen könnten. Bei einem 6 qm großen Badezimmer liegen die Kosten für die barrierefreie Anpassung bei geschätzt 8.000 Euro (ohne zusätzliche Aufwendungen).

Wer aber nachweislich behindertengerecht umbauen muss, hat die Möglichkeit, öffentliche Fördermittel bei den einzelnen Bundesländern zu beantragen oder an den Förderprogrammen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) teilzunehmen. Die KfW fördert diejenigen, die planen, ihr Zuhause vorausschauend umzubauen oder zu modernisieren. Weiterhin können Pflegebedürftige einen Zuschuss bei ihrer Pflegekasse beantragen. Für diese (Umbau-) Maßnahmen des Wohnumfeldes können bis zu 4.000 Euro Zuschuss gewährt werden.

Achtung: Fördergelder müssen beantragt werden, bevor mit den Umbaumaßnahmen begonnen wird!

Rechte und Pflichten als Mieter

Behinderte oder pflegebedürftige Menschen haben aufgrund § 554a BGB grundsätzlich Rechtsanspruch auf die Durchführung von Umbaumaßnahmen in ihrer Mietwohnung, der Vermieter muss jedoch vor Beginn der Maßnahmen zustimmen. Er kann seine Zustimmung jedoch verweigern, wenn sein Interesse schwerer wiegt als das des antragstellenden Mieters. Im Falle von Umbaumaßnahmen in einem Haus mit mehreren Mietparteien sind auch die Interessen der anderen Mieter mit zu berücksichtigen.

Sollte der Vermieter diese Maßnahmen zunächst nicht bewilligen, kann der Mieter versuchen, sein Recht vor Gericht einzuklagen. Die Kosten des Umbaus trägt im Übrigen nicht der Vermieter, sondern der Mieter selbst.

Es gilt zu beachten, dass der Vermieter vor dem Beginn des Umbaus berechtigt ist, vom Mieter eine finanzielle Absicherung (Kaution) für den Rückbau aller Veränderungen in den Urzustand und eventuelle Schäden zu verlangen. Grundsätzlich aber gilt: Wer hier rechtlich auf der sicheren Seite sein will, sollte im Vorfeld der Umbaumaßnahmen unbedingt rechtlichen Beistand suchen.

Grundsätzlich kann der Vermieter also den späteren Rückbau verlangen. Bei einer guten Umsetzung und Durchführung der Umbauarbeiten ist die Wiedervermietbarkeit einer barrierefrei umgebauten Wohnung allerdings sehr gut. Es lohnt sich daher auch aus Perspektive des Vermieters, die Maßnahmen zu unterstützen.

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Tobias Müller
    5. Mai 2020 11:44

    Vielen Dank für den Beitrag zu den Kosten eines behindertengerechten Badezimmers. Meine Oma braucht ein barrierefreies Badezimmer und wir sind uns unsicher, wie wir das finanzieren sollen. Gut zu wissen, dass man Fördergelder beantragen kann, die für dem Umbau bewilligt werden müssen.

    Antworten
  • Julia Schwarzmann
    18. März 2020 18:41

    Wir haben beschlossen, meine Großmutter bei uns wohnen zu lassen, damit wir uns um sie kümmern können. Allerdings bräuchten wir einige Renovierungen, um ein barrierefreies Badezimmer für sie bereitzustellen. Gut zu wissen, dass man auch öffentliche Fördermittel beantragen kann. Ich werde mich diesbezüglich weiter informieren.

    Antworten

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