Behindertenfahrzeuge: Zum selbstständigen Fahren oder zur Nutzung als Beifahrer

Im PKW-Bereich gibt es keine Automarke, die speziell auf die Konzeption und Herstellung behindertengerechter Fahrzeuge spezialisiert ist. In der Regel handelt es sich bei Behindertenfahrzeugen um handelsübliche PKW-Modelle, die an die Nutzung durch Menschen mit körperlichem Handicap angepasst werden.

Mögliche Umbauten bestehen zum Beispiel in der Verlängerung von Gas- und Bremspedalen oder dem Austausch des Lenkrads durch einen Steuerknauf. Theoretisch kann jedes Auto für behinderte Menschen umgebaut werden.

Allerdings gibt es einige Fahrzeugmodelle, die besser geeignet sind als andere. So liegt es zum Beispiel auf der Hand, dass ein Fahrzeug wie der VW Caddy oder ein Opel Meriva sich besser zum Umbau eignen als ein für Menschen ohne Handicap schon schwerer zugänglicher Sportwagen wie ein Porsche 911.

Letztlich hängt bei einem Umbau jedoch alles von der Konstruktion des Fahrzeugs, von der Expertise einer auf den Umbau spezialisierten Werkstatt sowie dem zur Verfügung stehenden Budget ab. Im Alltag ist die Auswahl an Behindertenfahrzeugen geringer als bei Standard-PKW.

Arten von Behindertenfahrzeugen

Grundsätzlich wird bei Behindertenfahrzeugen zwischen zwei Versionen unterschieden:

  1. Behindertenfahrzeuge zum selbständigen Fahren
    Diese PKW werden so angepasst, dass ein Fahrer mit körperlichem Handicap diese wie ein Mensch ohne Beeinträchtigung nutzen kann.
  2. Behindertenfahrzeuge zur Nutzung als Beifahrer
    Diese Autos werden umgebaut, damit ein Beifahrer mit körperlichem oder geistigem Handicap diese verwenden kann. Ein typisches Beispiel sind Autos mit Rollstuhlrampe oder zusätzlichem Platz für einen Rollstuhl

Bei einem Umbau von Standard-Fahrzeugen wird meist darauf geachtet, dass die ursprüngliche Funktionalität erhalten bleibt. So kann das Auto später auf dem Automarkt besser wiederverkauft werden.

Je nach Art der körperlichen Beeinträchtigung können Behindertenfahrzeuge für Selbstfahrer modifiziert werden:

  • Behinderungen der unteren Gliedmaßen
    Sind die Beine beeinträchtigt und ein Autofahrer kann sie nicht zum Gas geben oder Bremsen nutzen, wird das Fahrzeug in der Regel auf Handbetrieb umgestellt. Bremsen und Beschleunigen erfolgt dann mit entsprechenden Elementen, die sich auf der Höhe des Lenkrads befinden. Bezieht sich die körperliche Beeinträchtigung auf zu kurze Beine, können Verlängerungen an den Pedalen aushelfen. Bei Fahrern mit einem Bein kann schon ein Automatikfahrzeug ausreichen.
  • Behinderungen der oberen Gliedmaßen
    Kann ein herkömmliches Lenkrad aufgrund eines Handicaps nicht bedient werden, ist ein Umbau für eine Fußlenkung oder einen Steuerknauf möglich.
  • Anpassungen für den Ausstieg und Einstieg
    Um bestmöglich in das Auto zu kommen, werden viele Behindertenfahrzeuge mit speziellen Ein- und Ausstiegshilfen versehen. Das können Hub- und Schwenksitze oder komplexe Fahrzeugabsenkungen sein. Möglich sind ebenso Schiebetüren oder automatische Türöffner. Zusätzliche Sicherheitsfunktionen beim Sitzen wie erweiterte Gurtmöglichkeiten oder erhöhte Seitenflächen können ebenfalls eingerichtet werden.
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