Barrierefreies Wohnen – Zuschüsse für Maßnahmen

Barrierefreies Wohnen wird immer wichtiger bei der Wohnungswahl und dem Wohnungsumbau. Schließlich möchten die meisten auch im Alter noch in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Das ist jedoch nur dann problemlos möglich, wenn einige bauliche Vorkehrungen getroffen werden.

Mit dem Begriff „barrierefreies Wohnen“ ist Wohnen in Wohnungen und Häusern gemeint, in denen sich Senioren oder auch Menschen mit Behinderung problemlos und ohne Hindernisse bewegen können. Dies soll ihnen für lange Zeit ein selbstständiges Leben ermöglichen. Tritt dann dennoch eine Pflegebedürftigkeit ein, sollen barrierefreie Wohnungen die pflegenden Angehörigen entlasten.

Laut einer Studie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) sind allerdings lediglich zwischen zwei und fünf Prozent der über 42 Millionen Wohnungen in Deutschland barrierearm oder barrierefrei. In den nächsten fünf Jahren werden nach Berechnungen des Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmens Prognos AG allerdings noch mindestens eine Millionen altersgerechte und barrierefreie Wohnungen zusätzlich benötigt.

Neben der Selbstständigkeit für Senioren und Menschen mit Behinderung kommen barrierefreie Wohnungen den Pflegekosten zugute. Pflegebedürftige können dann zu Hause gepflegt und müssen nicht stationär untergebracht werden, teilt das BMU mit. Pflegekosten werden gesenkt.

Altersgerecht bedeutet nicht barrierefrei

Während bei einem Neubau vielfach den Interessen von Senioren Rechnung getragen wird, ist das in Altbauten nicht der Fall. Es gibt jedoch die Möglichkeit, Wohnräume altersgerecht und zugleich barrierefrei umzugestalten. Die Barrierefreiheit für Wohnraum ist dabei klar in der DIN-Norm 18040-2 definiert. Die Begriffe „seniorengerecht“ oder „altersgerecht“ fallen nicht in diese Vorschrift. Sie bedeuten demnach auch nicht, dass die Wohnung wirklich barrierefrei ist. Derartig ausgeschriebene Wohnungen müssen keine besonderen Ausstattungsmerkmale aufweisen.

Der Begriff „barrierefrei“ lässt sich laut DIN 18040-2 noch weiter aufgliedern in:

Letztere Bezeichnung ermöglicht auch Rollstuhlfahrern, sich uneingeschränkt in der Wohnung zu bewegen, da hier unter anderem die Türen breiter und die Zimmer geräumiger sind.

Förderungen für barrierefreies Umbauen

Weitere Tipps für Senioren bestehen im Umbau der Duschen und Badewannen. Sie sollten sich auf Bodenniveau befinden und einen einfachen Einstieg und eine mühelose Nutzung möglich machen. Badezimmerprodukte, die sich speziell an ein älteres Publikum richten, sind mittlerweile zahlreich auf dem Markt verfügbar und dementsprechend in der Vielfalt gestiegen und im Preis gesunken.

Wenn Sie sich als Wohnungseigentümer dazu entscheiden, die Wohnung barrierefrei zu gestalten, können Sie mit Zuschüssen beispielsweise der Pflegeversicherung rechnen. Voraussetzung ist jedoch, dass bereits eine Pflegestufe festgestellt worden ist. Teilweise ist es auch möglich, dass bauliche Maßnahmen für Senioren von den Baubehörden oder den Wohnungsämtern bezuschusst werden. So wurden beispielsweise 2017 aus dem KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ rund 75 Millionen Euro an Zuschüssen verteilt. Diese Zuschüsse können auch für den Einbruchsschutz und unabhängig Ihres Alters beantragt werden.

Die Bewilligung und die Höhe der Fördermittel variiert je nach Bundesland und muss einzeln erfragt werden. Fördermöglichkeiten gibt es beispielsweise durch

Bei der Förderung durch die Kassen oder die Versorgungsämter müssen bestimmte Pflegestufen oder Grade einer Behinderung vorliegen.

Finanzielle Unterstützung von der Pflegekasse für die Anpassung der Wohnräume erhalten Betroffene, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu zählt unter anderem:

Bis zu 4.000 Euro Zuschuss sind für die Maßnahmen zur Anpassung des Wohnraums möglich. Ausschlaggebend ist hierbei vor allem der Pflegegrad.

Finanziell von den Pflegekassen unterstützt werden beispielsweise folgende Umbaumaßnahmen:

Eine Maßnahme beinhaltet alle Veränderungen, die für die Anpassung des Wohnraums durchgeführt werden. Wird also eine Rampe eingebaut, der Briefkasten gesenkt und die Tür vergrößert, so zählt all dies zu einer Maßnahme. Erst wenn sich die Pflegesituation beziehungsweise der -grad verändert hat, wird eine neue Maßnahme bezuschusst 

Umbauen ist nicht immer erlaubt

Laut Gesetz (§ 554a,1,1 BGB) dürfen sowohl Eigentümer als auch Mieter ihr Wohnumfeld barrierefrei gestalten. Mieter benötigen für die baulichen Veränderungen jedoch die Zustimmung ihres Vermieters. Wichtig ist zudem, dass ein berechtigtes Interesse – beispielsweise eine körperliche Einschränkung – vorliegt. Allerdings kann der Vermieter die baulichen Maßnahmen auch verweigern, wenn die Erhaltung der Mietsache überwiegt.

Die baulichen Veränderungen der Wohnräume betreffen meistens das Badezimmer (barrierefreie Dusche) und die Türen (keine Türschwellen). Doch nicht jede Maßnahme, um die Wohnung barrierefrei zu gestalten, bedarf einer Zustimmung des Vermieters. So können Sie beispielsweise die Montage von Haltegriffen oder die Installation eines Notrufsystems ohne Erlaubnis durchführen.

Als Hauseigentümer benötigen Sie für bestimmte Anpassung in Ihren Wohnräumen eine Baugenehmigung. Wohnungseigentümer müssen zusätzlich noch eine Einwilligung der Wohnungseigentümergemeinschaft einholen, sobald auch Gemeinschaftsflächen durch den Umbau betroffen sind.

Kleine Maßnahmen für barrierearmes Wohnen

Für das barrierearme Wohnen müssen Sie nicht gleich Ihre Wohnung umbauen. Auch kleine Maßnahmen ermöglichen eine gewisse Selbstständigkeit trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit.

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