Anastasia Umrik (32) lebt mit einer Muskelerkrankung und benötigt einen E-Rollstuhl mit Hublift – Ihre Krankenkasse rät ihr folgendes

Anastasia Umrik aus Hamburg ist auf den Rollstuhl angewiesen. Im Alltag hilft ihr eine Assistenz. Doch das hält die Powerfrau nicht vom Leben ab. Sie trifft sich regelmäßig mit Freunden, besucht Konzerte, ist als Trainerin tätig.

Immer mit dabei: ihr Rollstuhl. Der ermöglicht Anastasia die Teilnahme am ganz normalen Leben. Da die Geräte auch irgendwann mal in die Jahre kommen, müssen in Abständen neue her. Deswegen beantragt die 32-Jährige einen neuen Rollstuhl bei der Techniker Krankenkasse. Doch die will nicht zahlen. Zumindest nicht für ein gleichwertiges Gerät. Der neue Rollstuhl soll aus dem Lager kommen, ohne Hublift. Der Lift ist Anastasia aber wichtig. So kann sie mit ihrer Assistenz auf Augenhöhe kommunizieren. Nur damit ist es ihr möglich, öffentliche Toiletten zu nutzen.

Die Sachbearbeiterin der Krankenkasse hat eine „Lösung“. Unfassbar und menschenverachtend: Anastasia soll einfach Windeln tragen! Das am besten jeden Tag. Und bevor sie das Haus verlässt: nochmal schnell pinkeln. Auf Twitter berichtet die Hamburgerin über ihr schreckliches Telefonat. „Erstmal war ich so baff, so erstarrt und danach habe ich mehrere Stunden geweint“

Sie konnte einfach nicht mehr, kann ihre Emotionen kaum in Worte fassen. „Ich war baff. Mein Mund wurde trocken. Ich suchte nach den passenden Worten. Ich stotterte und bekam doch nichts raus. Wie… äh… BITTE WAS?!“ Sie fühlte sich diskriminiert, herabgewürdigt, einfach nicht als Mensch.

Auf Twitter richtet sie einige Worte direkt an die Techniker: „Ich habe Lust auf ein möglichst normales Leben. Und das hoffentlich ohne Windeln, denn ich brauche sie nicht.“

Die Antwort folgt wenige Stunden später: „Hallo Anastasia Umrik, dass dieses Beratungsgespräch so abgelaufen ist, tut uns sehr leid. Es ist uns hier völlig klar, dass eine solche Wortwahl absolut fehl am Platz ist. Wir können uns nur dafür entschuldigen. Leider können wir den Sachverhalt im Social-Media-Team nicht nachvollziehen, da wir keinen Zugriff auf die Kundendaten haben. Wir können hier nur mutmaßen, dass sich dein Antrag noch in Bearbeitung befindet. Du kannst uns natürlich jederzeit telefonisch kontaktieren, dann können wir schauen, wie der genaue Sachstand ist.“

Eine förmliche, schriftliche Entschuldigung hat die Frau aus Hamburg bisher noch nicht erhalten. Auch ihr Antrag wurde noch nicht genehmigt.

Andreas von Münchow, Pressesprecher der Techniker Krankenkasse teilt am Mittwoch telefonisch mit: „Wir entschuldigen uns in aller Form. Ein Schreiben mit unserer Entscheidung an Frau Umrik ist bereits unterwegs.“

Anastasia gibt definitiv nicht auf. Auf Facebook versichert sie: „Ich werde laut bleiben. Für mich, aber auch für die, die die Stimme nicht erheben können.“

 

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Das Schlimme ist jetzt bekommt Sie einen brief wo eine Entschuldigung drin steht, aber in sachen rolli ist sie genauso schlau wie vorher, sinnvoller wäre es von der TK ihre Kundin mal zu besuchen und sich ein Bild der Lage zu machen auch mal zu zu hören und zu sehen wie der Alltag im Rollstuhl ist. Was ich ihr vielleicht Empfehlen würde dem Petitionsausschuß des Bundestages die Lage schildern, Nachteil kann sein das es lang dauert und die Antwort wird eventuell allgemein gehalten aber man weis es auch nich, ein versuch wäre es wert.

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