Zwei Medikamente, die man eigentlich bei Hautleiden einsetzt, könnten die Nervenschäden von Patienten mit multipler Sklerose bessern

Zwei Medikamente, die man eigentlich bei Hautleiden einsetzt, könnten die Nervenschäden von Patienten mit multipler Sklerose bessern – das zeigen zumindest Versuche mit Mäusen.

Zwei Medikamente gegen Hautleiden könnten geeignet sein, die Nervenschäden von Patienten mit multipler Sklerose zu bessern. Hinweise darauf liefern jedenfalls die bei Mäusen und menschlichen Zellen gewonnenen Erkenntnisse von Genforschern der Universität in Cleveland, Ohio.

Paul Tesar und seine Kollegen waren zunächst der Frage nachgegangen, ob es unter den bereits zugelassenen Arzneien kleine Biomoleküle mit der Fähigkeit gibt, die Produktion des Nervenhüllstoffs Myelin im Gehirn anzukurbeln. Denn dieses Protein, das die Nervenfasern isoliert und vor schädlichen Einflüssen bewahrt, wird bei MS-Patienten vom körpereigenen Immunsystem attackiert und zerstört.

Herstellung von Myelin
Wie die Wissenschaftler in „Nature“  berichten, besaßen zwei der getesteten Stoffe die gewünschten Eigenschaften: Sie brachten die angepeilten Hirnzellen – die Oligodendrozyten – dazu, auszureifen und vermehrt Myelin herzustellen, und waren ferner in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überqueren. Solche Wirkungen entfalteten die Biomoleküle nicht nur in der Zellkultur, sondern auch bei lebenden Mäusen mit einer multiple-Sklerose-artigen Autoimmunerkrankung.

Die Nervenschäden der kranken Nager gingen daraufhin nachhaltig zurück, so dass sich die Tiere merklich erholten. In weiteren Studien wollen die Forscher nun klären, ob sich diese Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen.

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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hans-Peter Schulz
    1. Januar 2020 21:47

    Heilung herbeizuführen, wenn noch nicht einmal die Ursachen bzw. der Pathomechanismus schlüssig beschrieben werden (können), erscheint mir zweifelhaft.
    Ich stelle mir die Frage, ob das MS-Problem nicht möglicherweise ein vaskuläres Versorgungsproblem einiger weniger Oligodendrozyten ist. Das sorgt dann dafür, dass das Gesamtsystem der Versorgung einzelner Oligodendrozyten mit untergeordneten Strukturen, wie den Markscheiden und den indirekt darüber versorgten Nervenabschnitten, den Bedarf nicht mehr decken kann. Entsprechend werden dann einige dieser Strukturen, nach dem Abbau innerer Reserven, absterben müssen – bis die Energiebilanz auf reduziertem Niveau wieder stimmt! Der Versorgungsmangel kann durch eine chronische Infektion (z.B. Yersinia Enterocolitika) erzeugt werden, welche die Versorgung durch kleine Kapillaren, z.B. durch Mikroinfarkte beeinträchtigt. Dann braucht es keine Autoimmunität für das Krankheitsbild der MS! Nachhaltige hilfe kann dann allerdings nur erzeugt werden, wenn auch die vaskuläre Versorgung stimmt!
    Das Bild der MS scheint sich mit diesem Ansatz auch schlüssig erklären zu lassen. Die Reparatur ist dann optimal, wenn ausreichend schnell untergegangene Markscheiden von neuen eingewanderten Oligodendrozyten ersetzt werden. Das bedeutet aber auch einen gedämpften Abbau nicht mehr ausreichend versorgter Markscheiden, um diese von neuen Oligodendrozyten wieder aufbauen zu lassen.

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    • Hans-Peter Schulz
      1. Januar 2020 22:01

      Ich habe in diesem Zusammenhang noch vergessen, das Stichwort Quorom-Sensing zu erwähnen. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass der schädliche Keim misst, wie hoch die Belastung vom Wirtsorganismus durch den Krankheitserreger ist. Bei einer zu hohen Last werden nur noch „schlafende“ Kopien erzeugt, die einen stark reduzierten Stoffwechsel haben. Damit sind subklinische Infektionen möglich, die über Jahre oder gar Jahrzehnte bestehen können. Auch können z.B. Antibiotika auf diese schlafenden Keime nicht wirken, weil keine wirksamen Konzentrationen erreicht werden können!
      Es werden erst wieder einige der Schläfer aktiviert, wenn das Quorum-Sensing eine zu niedrige Last ergibt oder Umfeldbedingungen sich geändert haben, weil beispielsweise ein Fressfeind das Opfer gefressen hat und infiziert werden kann! So ergibt sich die Grundlage für eine besser Verbreitung des Erregers, weil mehr infiziertes Gewebe von anderen Opfern aufgenommen werden kann!

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  • Die schulmedizinische Behandlung von Multipler Sklerose führt nicht zur Heilung, mir hat das Buch sehr geholfen:

    http://cutfor.me/de/multiplesklerose

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  • […] Zwei Medikamente, die man eigentlich bei Hautleiden einsetzt, könnten die Nervenschäden von Patien…. […]

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